Senat der Universität Bonn blockiert Diskussion über Studiengebühren
Pressemitteilung der Bonner Bildungsstreikbewegungzur Senatssitzung 04.02.10
Mit einer großen Mehrheit von siebzehn zu fünf Stimmen hat sich der Senat der Universität Bonn für eine Zementierung der Studiengebühren ausgesprochen.
Die öffentliche Senatssitzung wurde von ca. siebzig Studierenden und anderen Interessierten besucht. Etliche weitere wurden nicht in den Saal gelassen. Der abgelehnte Antrag sah dabei nicht einmal die direkte Abschaffung der Gebühren vor, sondern einzig die Schaffung einer Projektgruppe zur Prüfung von Finanzierungsalternativen.
Wir verurteilen diese kurzsichtige Entscheidung vehement.
Abgesehen vom kontroversen Diskurs über die soziale selektive Wirkung von Studiengebühren, ist es unverständlich, warum der Senat nicht einmal prüfen möchte, wie man mit einer eventuellen Abschaffung durch einen Wechsel in der Landespolitik nach den nächsten Wahlen umgehen könnte.
Der Senat verschließt außerdem zum wiederholten Male die Augen vor der Meinung der Mehrheit der Studierenden: der letzte Bildungsstreik, die Besetzung des Hörsaal I und die Studierendenparlamentswahlen waren ein klares Votum für gleichberechtigten Hochschulzugang.
Diese wenig weitsichtige Entscheidung ist eines akademischen Gremiums dieser so traditionsreichen Universität nicht würdig.
„Öffentlicher“ Teil der Sitzung eine Farce
Wir kritisieren außerdem, dass mindestens fünfzig weiteren Interessierten der Zugang zum Festsaal verwehrt wurde. Anstelle der samtenen Absperrung zwischen Senatoren und Publikum wäre problemlos Platz für mindestens zwei weitere Stuhlreihen gewesen – von Stehplätzen ganz abgesehen. Wir fordern für die nächste Senatsitzung eine ausreichende Bestuhlung, um dem Anspruch der Transparenz gerecht zu werden.





